Vom Wetter ĂŒber die umgebende Natur bis hin zur Nachbarschaft und dem Ausblick vom Balkon: der Standort einer Immobilie hat viele Facetten. Alle zusammen entscheiden ĂŒber ihren Wert und ĂŒber die Perspektiven. Wie Du einen konkreten Standort analysierst und welche Rolle die einzelnen Faktoren spielen, zeigt dieser Artikel.
Vor jedem Immobilienkauf steht die leidige Frage nach dem Standort und viele âExpertenâ werden nicht mĂŒde, auf die besondere Bedeutung einer guten Lage hinzuweisen. Doch ist âgutâ im Sinne Deiner eigenen AnsprĂŒche und gemessen an der öffentlichen Meinung nicht unbedingt gut fĂŒr Dich als Vermieter. Denn im Zweifelsfall bedeutet gut vor allem teuer und das Investment rechnet sich nicht. Wenn Du jedoch eine Immobilie kaufst, um sie zu vermieten und Geld damit zu verdienen, solltest Du zuallererst auf die Renditechancen achten. Der richtige Standort bemisst sich daher nach ganz anderen Kriterien, als an denjenigen, die Du an Deine eigenen vier WĂ€nde anlegst. Denk immer daran: Du musst in der Investmentwohnung nicht wohnen! Andere Menschen haben andere AnsprĂŒche und ein Investment- oder Anlageobjekt soll vor allem zur jeweiligen Zielgruppe passen.
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Bleibâ bei Deinen Leisten!
Du wohnst in Hamburg und liest von einer interessanten Gelegenheit in Sachsen? Das kann klappen, muss aber nicht! Und wenn Du dann noch aus dem Prospekt heraus kaufst und Dich auf die Zahlen und Angaben des VerkĂ€ufers verlĂ€sst, ĂŒbersiehst Du garantiert wichtige Punkte. Deshalb heiĂt der richtige Standort fĂŒr Dich auch, Du solltest ihn kennen! Und das gilt nicht nur fĂŒr die baulichen Gegebenheiten sowie Stadtteil, StraĂe und so weiter. Vielmehr brauchst Du auch Vertrauen zu Verwalter, Handwerker oder Makler. Was passiert etwa, wenn der neue Mieter anruft wegen eines Mangels und du wohnst 500 Kilometer weit weg? Kannst Du seine Aussagen ĂŒberprĂŒfen? Gibt es verlĂ€ssliche Ansprechpartner vor Ort? Deshalb solltest Du KĂ€ufe auf solche Gegenden begrenzen, wo Du ĂŒber Netzwerk und Expertise verfĂŒgst â oder zunĂ€chst beides aufbauen.
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Wie Du die Standortanalyse anpackst
Gerade beim selbstgenutzten Eigentum lassen wir uns meist vom GefĂŒhl leiten. Bei Vermietungsobjekten sollten dagegen möglichst objektive Kriterien um Mittelpunkt stehen. Eine sachliche EinschĂ€tzung ist möglich, wenn Du die Standortanalyse strategisch angehst und die verschiedenen Ebenen betrachtest. Eine Unterscheidung ist sinnvoll zwischen
- Makrolage
- Mikrolage
Zur Makrolage gehören etwa natĂŒrlichen Gegebenheiten â denke zum Beispiel an Ăberflutungsgefahren â die wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Gegebenheiten im jeweiligen Bundesland, aber auch an die örtliche Wirtschaftskraft sowie die Verkehrsinfrastruktur. Die Mikrolage hingegen umfasst Kriterien wie GeschĂ€fte, ParkplĂ€tze, Nachbarschaft, LĂ€rmpegel, Nachbarbebauung, aber auch Bevölkerungsstruktur und kulturelle Einrichtungen. Ebenfalls zur Mikrolage lassen sich der Zustand der jeweiligen Immobilie zĂ€hlen, ihre interne ErschlieĂung, Aussicht, FreiflĂ€chen, Medienanbindung und nicht zuletzt die Hausgemeinschaft. Alle Faktoren zusammengenommen entscheiden ĂŒber den Wert des Objekts und ĂŒber die Mieter, die es bewohnen wollen.
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Augen auf fĂŒr VerĂ€nderungen!
Eine problematische Umgebung, VerkehrslĂ€rm oder eine schlechte Infrastruktur drĂŒcken auf die Preise und schmĂ€lern damit die Rendite. Doch es muss nicht so bleiben! Vielleicht ist eine UmgehungsstraĂe im Bau, der Schlachthof nebenan wird abgerissen oder es entsteht gerade ein Naherholungsgebiet. Derartige VerĂ€nderungen können ein ganzes Viertel aufwerten und die Nachfrage krĂ€ftig anziehen lassen. Kaufst Du, solange derartige Faktoren noch nicht eingepreist sind, profitierst Du spĂ€ter von einer Wertsteigerung. Es muss Dir jedoch klar sein, dass Du die erste Zeit ĂŒberbrĂŒcken musst und die Rendite zunĂ€chst leiden wird. Wenn Du eine gute SpĂŒrnase besitzt, kannst Du mit Objekten in einer vermeintlich schlechten Lage viel Geld verdienen.
Die Standortanalyse lebt vom genauen Blick auf Zahlen und Fakten. Was sagen Studien, Statistiken und Prognosen? Gute Dienste leisten die Angebote von Immobilienportalen und Stadtverwaltungen. Sie zeigen zum Beispiel das Preisniveau unterschiedlicher Stadtviertel und die Steigerungsraten von Mieten und Kaufpreisen. Zudem lohnt der Blick auf Bevölkerungsstatistiken. Profitiert eine Gegend von Zuwanderung oder leidet sie unter Abwanderung? Was machen die ArbeitsplĂ€tze? BetriebsschlieĂungen deuten zum Beispiel darauf hin, dass das Einkommensniveau vor Ort sinken wird und sich damit auch die Milieus verschlechtern werden. Auf der anderen Seite sorgt der Trend zum Homeoffice dafĂŒr, das einstmals unattraktive Landstriche in den Fokus vieler StĂ€dter rĂŒcken. Ăhnliches gilt fĂŒr die Entwicklung innerhalb der StĂ€dte: ist ein Wandel der Bevölkerungsstruktur zu erkennen, lassen sich etwa junge Familien in einstmals schlechten Vierteln nieder? Derartige VerĂ€nderungen deuten auf eine Aufwertung hin und damit auf Potenzial fĂŒr Wertsteigerungen.
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Keine Angst vor Statistik!
Vor allem Privatanleger schauen selten auf statistische Angaben, um ihre Standortauswahl zu untermauern. Dabei gibt es einige Angebote, mit deren Hilfe sich Perspektiven sehr einfach erkennen lassen und auch die Unterschiede zwischen verschiedenen Landkreisen oder StÀdten deutlich werden. Eine Quelle ist der Wegweiser Kommune der Bertelsmann-Stiftung. Dieser enthÀlt zum Beispiel eine Typisierung anhand der Demografie. Ebenfalls gute Dienste leistet der Prognos Zukunftsatlas. Dort findet sich etwa eine interaktive Deutschlandkarte, die Dynamik, Wohnraum oder Wirtschaftskraft aller Landkreise und StÀdte anzeigt. Auch bei Portalen wie Immobilienscout24 kannst Du die Kaufpreisentwicklung anschauen. Hier lÀsst sich zum Beispiel herausfinden, ob Kauf- und Mietpreise unterschiedlich schnell steigen oder fallen.
Achte auf AktualitÀt!
Statistiken sind eine feine Sache â sofern sie stimmen. Leider finden sich vor allem im Internet immer wieder veraltete Inhalte, die auf den ersten Blick gar nicht als solche erkennbar sind. Etwa die Angaben zu Mietpreisen und LeerstĂ€nden stimmen hĂ€ufig nicht mehr. Viele Stadtverwaltungen hinken mit der Verarbeitung und Veröffentlichung sozio-ökonomischer Daten zurĂŒck. Deshalb lohnt immer der Blick aufs Kleingedruckte. Zudem solltest Du die Entwicklung der Zahlen anschauen. Geht ein Wert zurĂŒck oder steigt er? Solltest Du in einer alten Ăbersicht einen Leerstand von 5 Prozent finden und in einer neueren wird er nur noch mit 2 Prozent angegeben, scheint einen NachfrageĂŒberschuss zu existieren.
Unser Fazit
Die Standortanalyse ist aufwĂ€ndig und Du solltest Dir Zeit damit lassen. Betrachte sowohl Mikro-, als auch Makrofaktoren. Und eine Immobilie ist â wie es der Name schon sagt â immobil. Du kannst sie nicht einfach in eine bessere Gegend mitnehmen, wenn die AttraktivitĂ€t nachlĂ€sst. Der erste Schuss muss sitzen, sonst machst Du ggf. Verlust!
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